Was die Generation Z von ihren Arbeitgebern erwartet

Die Generation Z, geboren zwischen 1995 und 2010, steigt nach und nach ins Arbeitsleben ein. Und das zu einem Zeitpunkt, in dem Unternehmen der Nachwuchs ausgeht und der Fachkräftemangel allerorts spürbar ist. Laut Forbes wird die Gen Z schon 2030 ein Drittel der Berufstätigen ausmachen. Es ist die erste Generation, die mit digitalen Technologien aufgewachsen ist. Doch was erwarten die Digital Natives von ihren Arbeitgebern? Wo und wie wollen sie arbeiten? Wie sich dort positionieren? Wie wichtig ist ihnen Bezahlung, Karriere, Work-Life-Balance?

Was erwarten die Digital Natives von ihren Arbeitgebern?

Generation Z arbeitet am liebsten für den Mittelstand

Der „War for Talent“, der Konkurrenzkampf um Fachkräfte, beschäftigt Unternehmen, Headhunter und Personaldienstleister gleichermaßen. Kein Wunder, dass sich aktuell Marktforscher und Trendwissenschaftler ausgiebig mit dem Nachwuchs beschäftigen. Hier einige der interessanten Ergebnisse:

Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben

Knapp 70 Prozent der von Zenjob befragten jungen Menschen wünscht sich eine klare Trennung zwischen Privat- und Berufsleben. Feste Arbeitszeiten sind dabei für jeden Zweiten (51 Prozent) wichtig. Homeoffice spielt für diese Altersgruppe dagegen nur eine untergeordnete Rolle (40 Prozent). Nach den einsamen Coronajahren legen sie Wert auf Gemeinschaft, wollen ins Büro und real an Meetings teilnehmen.

Bezahlung

Sie wollen sich finanziell keine Sorgen machen müssen. Das Gehalt nimmt durch die Inflation einen größeren Stellenwert als noch vor einem Jahr ein, so die Studie „Jugend in Deutschland“: 60 Prozent der jungen Menschen geben an, dies sei ihr größter Motivator.

Identifikation

Auch die inneren Werte des Unternehmens entscheiden über die Wahl des Arbeitgebers. So legt die Generation Z ihren Fokus auf Ehrlichkeit, Offenheit in der Kommunikation, Authentizität und die Möglichkeit, etwas zu bewirken.

Arbeitsplatzsicherheit

Die Generation Z arbeitet am liebsten für mittelständische Unternehmen (21 Prozent), gefolgt vom öffentlichen Dienst (19 Prozent) oder Großkonzernen (17 Prozent). Für die Start-up-Szene interessieren sich nur 13 Prozent. Krisensicherheit prägt die Entscheidung für den Arbeitsplatz: Mehr als jeder Zweite bezieht diesen Aspekt in die Wahl des Arbeitgebers ein.

Arbeitsaufgaben

Motivation und Sinnhaftigkeit für die eigene berufliche und private Lebensgestaltung ist wichtig. Sie suchen klare Strukturen und feste Arbeitszeiten, damit ausreichend Freiraum für Privates bleibt. Sie definieren sich nicht über ihre Arbeit, wie viele Generationen zuvor. D. h. Mails checken am Abend oder am Wochenende können die Vorgesetzten nicht zwingend erwarten, trotzdem ist der Wunsch nach Weiterbildung groß, wie in den Insights von LinkedIn kürzlich zu lesen war.

Abwechslung

Über allem steht der Wunsch nach einer interessanten und vielfältigen Arbeitstätigkeit mit wechselnden Herausforderungen. Ein Job fürs Leben können sich nur 38 Prozent vorstellen. Häufige Jobwechsel sind keine Seltenheit.

Interessante Arbeitgeber für Digital Natives

Unsere Tipps: Wie Sie die Generation Z erreichen

Die Gen Z ist im Umgang mit der beruflichen Zukunft gelassen – ganz im Gegensatz zu Vorgängergenerationen. Um sie als Arbeitnehmer zu gewinnen, müssen Unternehmen ihre Akquisemethoden nach deren Vorstellungen anpassen. Hier unsere Tipps:

Employer Branding

Präsentieren Sie sich mit einer starken Unternehmensmarke. Zeigen Sie Ihre Unternehmenskultur mit echten Geschichten von Menschen über Menschen. Der jungen Generation steht die Welt offen, sie sind auf der Suche. Inspirieren, unterhalten und informieren Sie sie über Social Media, auf ihrer Website oder auf Karriereseiten.

Digitale Bewerbungsprozesse

Verschlanken Sie den digitalen Bewerbungsprozess. Nachwuchstalente erwarten, sich ad hoc und von überall bewerben zu können – das dürfen auch die sozialen Medien sein. Um mehr Auszubildende und junge Arbeitskräfte zu erreichen, verzichtete die Deutsche Bahn schon vor drei Jahren auf das Bewerbungsanschreiben. Das Konzept ging auf: Allein in diesem Jahr hat der Konzern für 5.200 offene Ausbildungsstellen 115.000 Bewerbungen erhalten – das ist ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Tendenz seit 2018 steigend.

Weiterbildung

Sie möchten gefördert und gefordert werden. Selbstverwirklichung und Weiterentwicklung sind ihr wichtig. Um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, sollten Sie dies unbedingt beachten.

FAZIT: Generation Z bereichert Unternehmen

Die Generation Z erobert mit neuen Vorstellungen und Anforderungen den Arbeitsmarkt. Beeinflusst durch die Erlebnisse während Corona und die aktuellen wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklungen sucht sie krisenresistente Unternehmen, die einen sicheren Arbeitsplatz. Hier möchten sie sich einbringen, aktiv werden und Verantwortung zeigen. Unternehmen gewinnen mit den Digital Natives Nachwuchs, der mit fundierten Grundlagen zur Digitalisierung punktet.